Unter dem Titel „FYRE: The Greatest Party That Never Happened“ ist auf Netflix gerade eine spannende – und gleichsam faszinierende – Dokumentation über einen der größten Skandale im Eventbusiness zu sehen.

Von Philipp Altmann


Das als Event der absoluten Luxusklasse angepriesene Musikfestival „Fyre“ auf einer vermeintlich exklusiven Bahamas-Insel, erfüllte alles andere als die Erwartungen seiner Teilnehmer: unkoordiniertes und einfach schlechtes Eventmanagement ließ das ambitionierte Vorhaben grandios scheitern, als der Großteil der Teilnehmer bereits an der exotischen Destination eingetroffen war. Die Netflix-Doku zeigt gnadenlos, wie sich das Desaster Schritt für Schritt in vollem Ausmaß entfaltet.

Für all jene, die die Geschichte noch nicht kennen: Das „Fyre Festival“ war 2017 eines der größten Debakel der Event-Geschichte. Was einmal das exklusivste Musik-Festival aller Zeiten hätte werden sollen – Eintrittskarten wurden für bis zu 12.000 US-Dollar (!) pro Stück verkauft – endete im April 2017 in einem Fiasko für alle Gäste, Künstler, Organisatoren, Geldgeber und eigentlich alle, die auch nur irgendwie in den Dunstkreis der Veranstaltung geraten waren.

Die werbung für das Festival versprach ein Event der luxusklasse

Knapp 40 Millionen US-Dollar wurden durch die „Erfinder“ des Festivals – allen voran der junge New Yorker „Entrepreneur“ Billy McFarland – sprichwörtlich in den Sand gesetzt. Unter anderem für den angeblichen Kauf der Bahamas-Insel „Normans Cay“, auf der das Festival stattfinden hätte sollen. Diese exotische Destination wurde in den Marketing-Aktivitäten genial in Szene gesetzt – natürlich auch, dass diese Insel einmal im Eigentum von Drogenbaron Pablo Escobar stand.

„These guys are either completely full of shit,
or they are the smartest guys in the room.“

Besonders spannend an der Dokumentation ist, dass viel Zeit mit verschiedenen Mitgliedern des Eventteams verbracht wurde – und zwar schon während der Vorbereitungen auf das Festival. Dadurch entfaltet sich das Desaster Schritt für Schritt vor den Augen des Betrachters – ein zuweilen wahrlich eindrucksvolles Schauspiel.

Von Bookern über Production Designern und Logistikern bis hin zu den Stagehands berichten Augenzeugen und Mitarbeiter in zahlreichen Interviews über ihre Wahrnehmung der Katastrophe. Sie alle erzählen im Prinzip dieselbe Geschichte. Und die geht so: Billy McFarland – ein charismatischer, etwas nerdiger junger Mann – hat mit einer kleinen Truppe an loyalen Mitarbeitern und Geldgebern eine Traumwelt erschaffen, die scheinbar keinen physikalischen und wirtschaftlichen Gesetzen gehorchen musste. Dass er es dabei mit Gesetzen und Geld selber nicht immer so genau genommen hat, werden wir im Laufe der Dokumentation noch im Detail erfahren. Heute bezeichnen McFarland viele der ehemaligen Weggefährten einfach nur mehr als Lügner. 2018 wurde er zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt.

TRAILER ZU „FYRE: The Greatest Party That Never Happened“

Die Dokumentation verschafft uns aber auch Einblicke hinter die Kulissen der zunächst genialen Marketingstrategie: Influencer aus aller Welt wurden bereits Monate vor dem Festival auf die Bahamas eingeladen und von McFarland und seinem Team hofiert. Sie sollten über das einzigartige Festival berichten, um so den medialen Hype über die Social Media Kanäle viral zu befeuern.

Was mit einem unvergleichlichen „Media-Buzz“ beginnt, wird sich später als Brandbeschleuniger der Sonderklasse erweisen – genau so schnell wie sich zuvor Fotos von Sandstränden, Supermodels und Yachten über Instagram, Facebook und Co. verbreitet wurden, geht bereits am ersten Tag des Festivals der Untergang der Veranstaltung über tausende Social Media-Accounts um die Welt. Message Control? No chance!

Als geheimer Held stellt sich der damals verantwortliche „Event Producer“ Andy King heraus. Ein sympathischer Mann für‘s Grobe, etwa Mitte fünfzig. Über 20 Jahre ist er in New York schon im Event-Business tätig und hat als einer der wenigen Beteiligten im Fyre-Team zumindest ansatzweise einen Plan, was zu tun ist. Andy King glaubte bis zum Schluss an das Konzept von Fyre. Und er glaubte an Billy McFarland. Seine Emotionen zwischen Begeisterung und tiefer Enttäuschung sind durch die Kamera hindurch spürbar.

In einer unfassbaren Interviewszene erzählt er ganz unverblümt wozu er bereit gewesen wäre, um das Festival zu retten. Nur so viel sei verraten: es geht um Trinkwasser, Zollbeamte und einen verzweifelten Bestechungsversuch.

 

Unser Urteil

Wüsste man es nicht besser, man könnte glauben „Fyre“ sei ein Hollywood-Film a la „Wolf of Wallstreet” der nur im Stil einer Dokumentation gedreht wurde. Wir vergeben daher 4 von 5 nicht-refundierbaren VIP-Tickets für eine überaus unterhaltsame und mitreißende Dokumentation.

 

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