Wie Google und Yahoo die Zukunft von E-Mails verändern und warum Unternehmen darauf reagieren müssen 

Ab Februar 2024 verschärfen Gmail und Yahoo ihre Regeln für den E-Mail Versand und erhöhen die Sicherheitsanforderungen für E-Mail Absender. Dies hat Auswirkungen auf alle, die Mailings an Verteiler versenden.
23. Januar 2024 | 
Invitario Redaktion

In der Welt des Marketings ist die E-Mail wohl das mit Abstand am häufigsten eingesetzte Werkzeug, um mit Kund:innen in Kontakt zu treten, Informationen zu teilen und Geschäftsbeziehungen aufzubauen.

Doch was passiert, wenn die sorgfältig erstellten E-Mails unbeachtet im Spam-Ordner landen? Besonders im Bereich des Eventsmarketings ist es verheerend, wenn Veranstaltungseinladungen und wichtige Ankündigungen unbemerkt im Spam-Ordner liegen. Jede nicht zugestellte E-Mail bedeutet einen potenziellen Teilnehmenden weniger für eine Veranstaltung und wirkt sich somit negativ auf die Wirtschaftlichkeit des Events und im Idealfall auf den daraus resultierenden Umsatz aus. 

Umso wichtiger ist es, in der digitalen Kommunikation einen Fokus auf die sich laufend ändernden Regeln für den Versand von E-Mails zu legen. 

Denn je häufiger E-Mails als Spam automatisch von Software oder manuell von Empfangenden kategorisiert werden, desto schlechter kann sich deren Zustellbarkeit und Reputation im Laufe der Zeit entwickeln. Das Ergebnis: Alle E-Mails des Absenders leiden unter einer schlechten Zustellquote und werden zur unüberwindbaren Herausforderung für eine effektive Kommunikation. 

Gmail und Yahoo setzen wahrscheinlich daher ab Februar 2024 strengere Regeln in Kraft und wollen verstärkt gegen Spamverdacht vorgehen:
Neue Richtlinien sollen dafür sorgen, dass Spamfilter eingehende Nachrichten noch besser als Spam erkennen und aus den Posteingängen fernhalten. 

Welche Anforderungen auf Sie zukommen und was Sie beachten müssen, damit Ihre Veranstaltungseinladungen bei den Empfängern ankommen, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.

Die Neuerungen bei Gmail und Yahoo ab Februar 2024 auf einem Blick 

Um Posteingänge besser zu schützen, gelten bald strengere E-Mail Absender Anforderungen und Spamschutzrichtlinien bei zwei der größten E-Mail Providern Gmail und Yahoo. Neben Millionen privater Accounts nutzen auch viele Unternehmen die Dienste dieser beiden Anbieter, um ihren Mitarbeitenden E-Mail-Dienste zur Verfügung zu stellen. Dazu ist es möglich, individuelle Domains als Absende-Adressen zu hinterlegen.

Für Aussenstehende ist es daher nicht zu erkennen, ob die E-Mail-Adressen eines Unternehmens z.B. über Google laufen oder nicht. In Deutschland dürften zumindest 10 Prozent der Unternehmen bei ihren E-Mails auf die unter Google Workspace zusammengefassten Dienste inkl. Gmail setzen.
Aus diesem Grund sind die Maßnahmen von Google und Yahoo auch für die B2B-Kommunikation relevant, um sicherzustellen, dass die Nachricht bei möglichst allen adressierten Kontakten auch tatsächlich im Posteingang ankommt.

Die Neuerungen zielen vor allem darauf ab, höhere Authentifizierungsanforderungen einzuführen, die Spam-Rate für Absender möglichst gering zu halten und das Abbestellen von Werbemails für Empfänger zu erleichtern.

Wenn Sie Ihre Empfänger bei Gmail und Yahoo weiterhin per E-Mail erreichen möchten, ohne als Spam markiert zu werden, müssen Sie folgenden Bedingungen erfüllen: 

  1. Authentifizierung: Absender müssen nun SPF-, DKIM- und DMARC-Authentifizierung für ihre E-Mails einrichten. Sie verstehen nur Bahnhof? Kein Problem: Hier haben wir diese Begriffe für Sie erklärt.
  2. Einfaches Abbestellen von E-Mails: Absender müssen einen Link zum Abmelden durch einfaches Anklicken einfügen, um den Empfängern ein unkompliziertes Abmelden (Opt-out) von der Kontaktliste zu ermöglichen.
  3. Niedrige Spam-Rate von unter 0,10 %: Je höher die Spam-Rate von Mailings, desto eher wird diese und auch zukünftige E-Mails von Spamfiltern abgefangen und gar nicht erst an Ihre Kontakte zugestellt. Vermeiden Sie 0,3 % oder mehr.

Was bedeutet das für Sie? 

Einige Nutzer von Gmail verfügen möglicherweise über E-Mail-Adressen, die weder „@gmail“ noch „@googlemail“ enthalten, wodurch es schwierig sein kann festzustellen, ob jemand ein Nutzer von Gmail ist oder nicht.

Deshalb ist es ratsam, die neuen Richtlinien generell zu befolgen und sich dadurch für Ihre Absender-Domain Ihres Unternehmens gleichzeitig eine gute Reputation als seriöser Newsletter-Absender aufzubauen.

Folgende Änderungen sind nötig, damit Ihre E-Mails auch in Zukunft die Postfächer Ihrer Kontakte erreichen. 

Schritt 1: Authentifizieren Sie Ihre E-Mails

E-Mail-Authentifizierung ist ein Sicherheitsmechanismus, der entwickelt wurde, um die Identität des Absenders einer E-Mail-Nachricht zu überprüfen und sicherzustellen, dass die Nachricht nicht manipuliert wurde. Mit dem stetigen Anstieg von Phishing-Angriffen und Spam ist die Notwendigkeit einer verlässlichen Möglichkeit, die Authentizität von E-Mails zu bestätigen, deutlich gewachsen. 

Die gängigsten Technologien für die E-Mail-Authentifizierung sind:

  • SPF (Sender Policy Framework)
    SPF ermöglicht es dem Absender, festzulegen, welche Server berechtigt sind, E-Mails für eine bestimmte Domain zu senden. So wird verhindert, dass E-Mails als verdächtig eingestuft werden. 
  • DKIM (DomainKeys Identified Mail)
    DKIM fügt der E-Mail digitale Signaturen hinzu, um sicherzustellen, dass sie während des Transports nicht verändert wurden. Wenn die Signatur nicht mit dem öffentlichen Eintrag übereinstimmt oder die Nachricht manipuliert wurde, besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass die E-Mail als Spam eingestuft wird. 
  • DMARC (Domain-based Message Authentication, Reporting, and Conformance)
    DMARC ist eine Richtlinie, die SPF und DKIM integriert, um den Empfangs-Servern klare Anweisungen zu geben, wie mit E-Mails umzugehen ist, die nicht den Authentifizierungsrichtlinien entsprechen. 

Die Implementierung dieser Technologien stärkt nicht nur die Sicherheit von E-Mails, sondern hilft auch dabei, gefälschte Absender zu erkennen und den Missbrauch von E-Mail-Identitäten zu minimieren. 

Schritt 2: E-Mails ganz einfach abbestellen können

Als nächstes ist es wichtig, den Empfängern die Abmeldung zu erleichtern. Grundsätzlich ist es immer wichtig, Ihren Kontaktdaten eine einfache Abmeldemöglichkeit zu bieten. Denn wenn die jeweiligen Nutzer nicht an Ihren Nachrichten interessiert sind, kann sich dies sehr auf die Interaktions- und Spam-Rate auswirken und Ihrer allgemeinen E-Mail Reputation schaden. 

Außerdem erleichtert eine unkomplizierte Abmeldemöglichkeit, Ihre E-Mail Liste zu pflegen, zu aktualisieren und so zu effektivem Datenmanagement beizutragen. 

Richten Sie also für Ihre E-Mails die Verwendung der Ein-Klick-Abmeldemethode ein, um Ihren Kontakten einen einfachen und raschen Weg zur Abmeldung Ihrer Nachrichten zu bieten.

Schritt 3: Achten Sie ganz genau auf Ihre Spam-Rate!

Die Spam-Rate ist der Prozentsatz Ihrer Kontakte, welche Ihre E-Mails als Spam oder unerwünscht markiert. 

Es ist wichtig, dass Sie Maßnahmen ergreifen, um die Spam-Rate so niedrig wie möglich zu halten, denn Spam schadet Ihrem Ruf als Absender und führt zu einer geringeren Zustellbarkeit Ihrer Mailings. Oft können Spam-Beschwerden mit folgenden Punkten zusammenhängen:

  • Die verschickte E-Mail ist tatsächlich Spam, weil Sie nie angefragt wurde oder der Empfänger keine Zustimmung zum Erhalt erteilt hat („Opt-in“): Das Problem liegt also in der Qualität der Kontaktdaten und Sie sollten dies rasch beheben. Die Spam-Rate sollte nicht mehr als 0,1% pro Mailing betragen. Liegen die Werte darüber könnte das System Ihr gesamtes Mailing an alle Empfänger blockieren.
  • Die verschickte E-Mail enthält keinen oder nur einen schwer erkennbaren Abmelde-Link: Der Empfänger wird somit sehr schnell auf den Spam-Button klicken, um diese E-Mails in Zukunft zu blockieren. Ihr Abmelde-Link sollte daher gut sichtbar und gültig sein.
  • Der Abmelde-Link ist vorhanden, aber der Empfänger klickt sofort auf den Spam-Button: Haben Sie den Opt-In-Prozess deutlich und sauber durchgeführt? War der Inhalt der E-Mail für die Empfänger relevant? Wurden zu oft oder zu viele Mailings versendet?

Invitario stellt seinen Kund:innen alle Funktionen zur Verfügung, um die von Google und Yahoo gesetzten Maßnahmen zum Vorteil anzuwenden. Bei Bedarf unterstützt unser Support-Team mit Hilfestellungen und weiteren Informationen, die für die Umsetzung spezifischer Accounteinstellungen erforderlich sein können.

Fazit

Die bevorstehenden Änderungen der Authentifizierungsanforderungen bei Gmail und Yahoo stellen eine bedeutende Entwicklung für das E-Mail-Marketing dar. Ab Februar 2024 werden höhere Sicherheitsstandards für E-Mail-Absender eingeführt, um Spam zu reduzieren und die Zustellbarkeit zu verbessern.

Die E-Mail-Authentifizierung mittels SPF, DKIM und DMARC wird verpflichtend, um die Identität zu bestätigen und Manipulationen zu verhindern. Die Einführung einer einfachen Abmeldemöglichkeit und die Aufrechterhaltung einer niedrigen Spam-Rate sind ebenfalls unerlässlich, um die Beziehung zu den Empfängern zu stärken und den Ruf als seriöser Absender zu erhalten.

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Intro-Video mit Carsten Schwarz