Covid-19: Diese Veranstaltungen sind in Deutschland zulässig

Welche Veranstaltungen können aktuell in Deutschland umgesetzt werden? Hier finden Sie eine Übersicht der Beschränkungen, der Behördenauflagen und der nötigen Sicherheitsmaßnahmen für Veranstaltungen.

Schwerpunkt „Covid-19 und Events“

Seit Anfang Juni können in Deutschland wieder Veranstaltungen unter Auflagen stattfinden. Hier finden Sie eine Übersicht der behördlichen Beschränkungen sowie der nötigen Sicherheitsmaßnahmen, die Sie bei den Veranstaltungen Ihres Unternehmens berücksichtigen sollten.

Aktuelle Situation in Deutschland

In Deutschland besteht bis 31. Oktober 2020 in allen Bundesländern ein grundsätzliches Veranstaltungsverbot für Großveranstaltungen. Gemeint sind damit vor allem große Publikumsevents wie Volksfeste, Kirmes-Veranstaltungen, Konzerte und dergleichen, weil aufgrund der anonymen Teilnehmer keine Kontaktverfolgung möglich ist.

Der Beschluss „Coronavirus-Infektionen“ vom 17.06.2020 besagt Folgendes zum Thema Großveranstaltungen:

„Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich ist, sollen mindestens bis Ende Oktober 2020 nicht stattfinden.“

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Großveranstaltungen, bei denen eine lückenlose Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregeln möglich sind, stattfinden dürfen. In diese Kategorie fallen zum Beispiel Messen, Gala-Veranstaltungen und klassische Business-Events wie Mitarbeiter- und Kundenveranstaltungen – im Prinzip somit alle Veranstaltungen, die eben nur für geladene bzw. bekannte Teilnehmer zugänglich sind.

Leider gibt es in Deutschland keine landesweit einheitliche Definition, was als Großveranstaltung gilt. Jedes Bundesland kann selbst Regelungen festlegen, ab welcher Besucherzahl ein Event als Großveranstaltung gilt (siehe nachfolgender Abschnitt „Erlaubte Veranstaltungen in den einzelnen Bundesländern“).

Ebenfalls kann jedes Bundesland selbst über die Zulassung von Veranstaltungen entscheiden und entsprechende Durchführungsbestimmungen zu den Abstands- und Hygieneregeln erlassen. Dies macht es vor allem für Veranstalter schwierig, die Events in mehreren Bundesländer ausrichten und ihre Abläufe jeweils an die regionalen Auflagen anpassen müssen.

 

Handlungsempfehlungen für alle Bundesländer

Invitario hat sich die Vorschriften in allen 16 Bundesländern im Detail angesehen: Während einige Behörden den Ablauf von Veranstaltungen in Zeiten von Covid-19 sehr genau regeln, lassen andere viele Punkte offen. Aus unserer Sicht ist es sinnvoll, den strengsten Maßstab anzulegen. Die folgenden Sicherheitsmaßnahmen werden in vielen Bundesländern als sinnvoll erachtet:

  • Personen mit Symptomen einer Atemwegsinfektion (insbesondere Husten, Fieber, Erkältungssymptome) ist der Zutritt zu Veranstaltungen zu verwehren.
  • Einhaltung der geltenden Abstands- und Hygienevorschriften. Generell wird ein Abstand von 1,5 Metern – von Person zu Person – empfohlen.
  • Erstellung eines Schutz- und Hygienekonzepts, das den zuständigen Behörden auf Verlangen auszuhändigen ist.
  • Bei geschlossenen Räumen ein Belüftungskonzept bzw. ein regelmäßiger Austausch der Raumluft durch Frischluft.
  • Führen einer detaillierten Anwesenheitsdokumentation (vollständiger Name, Adresse, Kontaktdaten). Die Daten müssen vier Wochen aufbewahrt und anschließend vernichtet werden.
  • Information vor Ort: Gut sichtbare Aushänge müssen alle Teilnehmer über die Sicherheitsmaßnahmen und Vorschriften informieren.
  • Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes bei Veranstaltungen ist keine Vorschrift, wird aber allgemein empfohlen.
  • Das Einhalten von festen Sitzplätzen ist nur in einigen Bundesländern ein Thema. Wo dies nötig ist, führen wir im nächsten Abschnitt an.

Behördliche Auflagen der einzelnen Bundesländer

Im Folgenden finden Sie eine Auflistung, welche Veranstaltungen in welchen Bundesländern unter welchen regionalen „Sonderauflagen“ erlaubt sind. Bitte bedenken Sie, dass damit national gültige Sicherheitsmaßnahmen verbunden sein können (siehe oben).

Hinweis: Mit Teilnehmern sind nur die Gäste der Veranstaltung gemeint, also kein Event-Personal oder andere Mitwirkende.

 


 

Baden-Württemberg

Indikator: strenge Auflagen, Unternehmensveranstaltungen möglich

  • Bis 31. Juli sind Veranstaltungen bis 100 Teilnehmer erlaubt. Die Teilnehmerzahl erhöht sich auf 250 Personen, wenn feste Sitzplätze zugeordnet werden und die Veranstaltung einem festgelegten Programm folgt.
  • Ab 1. August dürfen kleinere Messen und Kongresse mit bis zu 500 Teilnehmern stattfinden.
  • Ab 1. September sollen wieder Messen mit mehr als 500 Personen stattfinden dürfen.
  • Bis 31. Oktober sind Veranstaltungen mit bis zu 500 Teilnehmern erlaubt.

 


 

Bayern

Indikator: strenge Auflagen, kleine Unternehmensveranstaltungen möglich

  • Seit dem 22. Juni sind Veranstaltungen mit bis zu 50 Teilnehmern in geschlossenen Räumen oder bis zu 100 Teilnehmern unter freiem Himmel gestattet.
  • Ab 1. September 2020 können wieder Messen stattfinden, so das Bayerische Wirtschaftsministerium.

 


 

Berlin

Indikator: geringe Auflagen, Unternehmensveranstaltungen möglich

  • Die zugelassene Personenzahl bei Veranstaltungen wird schrittweise erhöht. Veranstaltungen in geschlossenen Räumen dürfen zunächst mit maximal 300 Personen stattfinden.
  • Ab 1. August erhöht sich die maximal erlaubte Personenzahl auf 500.
  • Ab 1. September sind Veranstaltungen mit maximal 750 Personen erlaubt.
  • Ab 1. Oktober sind Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Personen wieder möglich.
  • Open-Air-Veranstaltungen sind mit bis zu 1.000 Personen zulässig. Ab 1. September sind Veranstaltungen unter freiem Himmel mit bis zu 5.000 Personen erlaubt.

 


 

Brandenburg

Indikator: geringe Auflagen, Unternehmensveranstaltungen möglich

Die Obergrenze der Teilnehmer wird für Veranstaltungen nur noch über die Verbotsverordnung für Großveranstaltungen geregelt. Demnach sind Veranstaltungen mit bis zu 1.000 zeitgleich Anwesenden erlaubt.

 


 

Bremen

Indikator: sehr strenge Auflagen, aktuell keine Unternehmensveranstaltungen möglich

Unter besonderen Auflagen sind kleine Feiern und Veranstaltungen unter freiem Himmel mit bis zu 50 Personen, in geschlossenen Räumlichkeiten mit bis zu 20 Personen möglich.

 


 

Hamburg

Indikator: geringe Auflagen, Unternehmensveranstaltungen sind möglich

Veranstaltungen mit festen Sitzplätzen sind im Freien mit bis zu 1.000 und in geschlossenen Räumen mit bis zu 650 Teilnehmern zulässig. Bei Veranstaltungen mit über 200 Teilnehmern bedarf es eines Schutzkonzepts.

Veranstaltungen ohne feste Sitzplätze sind im Freien mit bis zu 200 Teilnehmern und in geschlossenen Räumen mit bis zu 100 Teilnehmern zulässig. Bei Alkoholausschank reduziert sich die Anzahl der zulässigen Teilnehmer jeweils um die Hälfte. In geschlossenen Räumen muss jede Person 10 m² Platz haben.

 


 

Hessen

Indikator: strenge Auflagen, kleinere Unternehmensveranstaltungen möglich

Die Teilnehmerzahl darf 250 aktuell nicht übersteigen (Regelobergrenze). Allerdings kann die zuständige Behörde eine höhere Teilnehmerzahl gestatten. Dabei sind die folgenden Kriterien von Bedeutung:

  • kontinuierliche Überwachung der Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen,
  • die Größe des Veranstaltungsraums,
  • die Möglichkeit seiner Belüftung,
  • die örtlichen Gegebenheiten und
  • die Art der Veranstaltung.

 


 

Mecklenburg-Vorpommern

Indikator: strenge Auflagen, kleinere Unternehmensveranstaltungen möglich

Im Gegensatz zu den meisten anderen Bundesländern sind in Mecklenburg-Vorpommern nur Veranstaltungen erlaubt, bei denen jeder Teilnehmer einen fixen Sitzplatz hat.

Unter dieser Voraussetzung sind in geschlossenen Räumen Veranstaltungen mit maximal 100 Personen erlaubt, unter freiem Himmel erhöht sich die Anzahl auf maximal 300 Personen.

 


 

Niedersachsen

Indikator: sehr strenge Auflagen, kleine Unternehmensveranstaltungen möglich

Veranstaltungen können unter freiem Himmel und in geschlossenen Räumen mit einer Teilnehmerobergrenze von 250 Personen stattfinden. Diese dürfen nur sitzend an der Veranstaltung teilnehmen. Bei Indoor-Veranstaltungen muss während der gesamten Zeit ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Messen, Kongresse und Business-Events, die ab 1. September 2020 stattfinden, können unabhängig von der Anzahl der Teilnehmer von den zuständigen Behörden bereits zugelassen werden, wenn der Veranstalter ein Veranstaltungskonzept vorweist.

 


 

Nordrhein-Westfalen

Indikator: sehr strenge Auflagen, kleine Unternehmensveranstaltungen möglich

Messen, Kongresse, Business-Events und ähnliche Veranstaltungen sind nur auf der Grundlage eines besonderen Hygiene- und Infektionsschutzkonzepts zulässig.

Andere Veranstaltungen mit bis zu 100 Teilnehmern müssen geeignete Sicherheitsvorkehrungen treffen. Events mit mehr als 100 Teilnehmern bedürfen eines besonderen Hygiene- und Infektionsschutzkonzepts.

Im Detail kann alles in der sehr umfangreichen Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 nachgelesen werden

 


Rheinland-Pfalz

Indikator: sehr strenge Auflagen, kleine Unternehmensveranstaltungen möglich

Veranstaltungen im Freien sind mit bis zu 350 Personen, in geschlossenen Räumen mit bis zu 150 gleichzeitig anwesenden Personen zulässig. In beiden Fällen müssen die notwendigen Schutzmaßnahmen (Abstandsgebot, Pflicht zur Kontakterfassung, Maskenpflicht vor allem Indoor) beachtet werden.

Sofern die Teilnehmer keine zugewiesenen Sitzplätze haben, ist die Anzahl der zeitgleich anwesenden Personen auf eine Person pro 10 m² „Besucherfläche“ zu begrenzen (Personenbegrenzung).

Veranstaltungen sind generell auf den Zeitraum von 6:00 bis 24:00 Uhr begrenzt. Bei zugewiesenen Sitzplätzen entfällt die Maskenpflicht.


Saarland

Indikator: strenge Auflagen, kleine Unternehmensveranstaltungen möglich

Veranstaltungen können unter freiem Himmel mit bis zu 350 Personen und in geschlossenen Räumen mit bis zu 150 Personen stattfinden. Veranstaltungen mit mehr als 20 anwesenden Personen müssen der Ortspolizeibehörde gemeldet werden. In Einzelfällen kann die Ortspolizeibehörde Ausnahmegenehmigungen erteilen, wenn dies aus infektionsschutzrechtlicher Sicht unbedenklich ist.


Sachsen

Indikator: geringe Auflagen, auch größere Unternehmensveranstaltungen möglich

Die Durchführung von Business-Veranstaltungen mit einer Teilnehmerzahl bis zu 1.000 Personen ist unter Einhaltung der Hygieneregeln erlaubt. Ausgenommen sind davon Events mit Publikumscharakter wie Volksfeste, Jahrmärkte und Sportveranstaltungen mit Publikum.

Bei der Durchführung von Messen müssen deren Hygienekonzepte von den zuständigen Behörden vor der Inbetriebnahme genehmigt werden.


Sachsen-Anhalt

Indikator: strenge Auflagen, Unternehmensveranstaltungen möglich

Bei Business-Veranstaltungen wie Meetings, Seminare, Fachkongres­se und Mitgliederversammlungen ist die Anzahl der Teilnehmer in geschlossenen Räumen auf 250, im Außenbereich auf 1.000 begrenzt. Ab 29. August 2020 wird die Anzahl der Teilnehmer in geschlossenen Räumen auf 500 erhöht.


Schleswig-Holstein

Indikator: strenge Auflagen, kleinere Unternehmensveranstaltungen möglich

In Schleswig-Holstein sind Veranstaltungen mit mehr als 250 Personen untersagt.

Veranstaltungen mit zugeordneten Sitzplätzen, Märkte und vergleichbare Veranstaltungen sind mit bis zu 250 Personen außerhalb und mit bis zu 100 Personen unter Auflagen innerhalb geschlossener Räume zulässig.

Veranstaltungen mit Gruppenaktivitäten ohne dauerhafte Sitzplätze sind mit bis zu 50 Personen unter Auflagen auch in geschlossenen Räumen möglich.


Thüringen

Indikator: strenge Auflagen, Unternehmensveranstaltungen möglich

Messen, Spezialmärkte und Ausstellungen im Sinne der Gewerbeordnung sind erlaubt, wenn das vorgelegte Infektionsschutzkonzept durch die zuständige Behörde schriftlich genehmigt wird.


Rechtlicher Hinweis

Die Verordnungen in den Bundesländern ändern sich aufgrund der aktuellen Lage meist wöchentlich. Auch ist es möglich, dass aufgrund von einer Häufung von Corona-Fällen regional Beschränkungen gesetzt werden. Diese Übersicht ist keine rechtsbindende Auskunft. Bitte informieren Sie sich daher vor der Organisation einer Veranstaltung vor Ort bei der zuständigen Behörde. Invitario übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten.

Letzte Aktualisierung: 1. Juli 2020

Quellen: Eine aktuelle Übersicht über die Situation in allen deutschen Bundesländern stellt der VDVO (Verband der Veranstaltungsorganisatoren) gemeinsam mit der HSMA (Hospitality Sales & Marketing Association) zur Verfügung. Link: https://vdvo.de/coronavirus/uebersicht/

 


 

Tipp der Redaktion

Lesen Sie auch unsere beiden Artikel über die Planung und Durchführung von sicheren Veranstaltungen in Zeiten von Covid-19:

Autor: Manfred Machacek

Autor: Manfred Machacek

Manfred Machacek ist bei Invitario für die Website, Webinare und das Magazin zuständig. Er ist seit vielen Jahren in der Eventbranche tätig und besonders auf das Thema Covid-19 spezialisiert.

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